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Wir trafen die Glücksfee: Backpacking-Tour Kroatien Teil 3

29. November 2017

Glücksfee in Kroatien, Einsamer Platz am Meer, Adriaküste

Was zuvor geschah, könnt ihr hier nochmal nachlesen. Auf jeden Fall hatte ich ja angekündigt, dass uns in dieser aussichtslosen Lage in der wir uns nun einmal befanden, die Glücksfee erschienen ist. Wir stehen also auf dieser kleinen Straße, in der nur zwei Häuser stehen und versuchen verzweifelt, unser Handynetz zum Laufen zu bewegen, als eine Frau aus dem einen Haus kommt und uns freudestrahlend anspricht. Sie hat gehört, dass wir deutsch sprechen und wie wir schnell erfahren, hat sie 14 Jahre in Deutschland gelebt und sie freut sich, wann immer sie die Gelegenheit hat eine Unterhaltung auf Deutsch zu führen. Natürlich bemerkt sie recht schnell, dass unsere Nerven blank liegen und vor allem, dass unser Kleinster sehr schlecht zurecht ist. Wir erklären ihr, dass wir ohne Auto unterwegs sind und eigentlich eine Rucksack-Tour durchs Land machen.

Nicht eine Minute hat sie gezögert! „Ich fahre euch zur Kinderklinik in die Stadt, gebt mir 5 Minuten. Sie bat uns in ihr Haus, versorgte uns mit Getränken und Keksen und mir liefen wirklich ein paar Tränen der Erleichterung und Dankbarkeit über die Wangen. Unsere Sachen durften wir bei ihr lassen, denn sie wollte uns nicht nur in der Klinik absetzen, sondern auch noch mit uns gemeinsam dort warten, damit sie im Fall der Fälle übersetzen kann. Anschließend sollten wir dann wieder mit zu ihr kommen. Ganz ehrlich, es war fast so, als hätten wir Oma mit dabei. Während Babyboy meine ganze Aufmerksamkeit verlangte, mein Menne in der City auf der Suche nach einem Geld-Automaten war, kümmerte sich unsere Glücksfee wie selbstverständlich um die drei Großen. Ich kam mir ehrlich gesagt schon etwas komisch dabei vor, ihr dies zu überlassen, aber andererseits war ich auch sehr froh. Wahrscheinlich hätten die Jungs sonst bereits in der gesamten Klinik verstecken oder dergleichen gespielt. Es dauerte bis wir endlich dran waren und als wir dann wieder am Glücksfeehaus angekommen sind, wurden wir keineswegs weitergeschickt. Im Gegenteil! Ihr Mann war bereits auch da und wollte uns ein Essen zubereiten. Ich hatte ein bisschen Angst bekommen, aber er fragte von allein, ob wir vegetarisch oder vegan essen. Und so machte er uns die bester Pasta ever. Ich muss allerdings jetzt auch den Kracher los werden: der Glücksfeemann ist einer der besten Köche der Welt und arbeitet auch in Hotels überall auf der Erde verteilt. Und so saßen wir alle beisammen, als würden wir uns schon ewig kennen.

Als es für uns dann leider langsam Zeit wurde, weil wir im Appartement einchecken mussten und dieses auch noch ca 15 km entfernt lag, war für die Beiden klar, dass wir uns kein Taxi nehmen, sondern das sie uns auch dorthin fahren. Wir waren wirklich überwältigt über so viel Herzlichkeit und haben uns Abends im Bett noch sehr lange darüber unterhalten.

Blick von der Terasse auf die Adriaküste

Das Appartement war wundervoll und auch wenn wir ja eigentlich zelten wollten, müssen wir zugeben, dass wir sehr sehr froh über ein Bett waren. Unserem Kleinsten ging es am nächsten Tag auch direkt um einiges besser und so machten wir einen Spaziergang zu den kleinen, nicht weit entfernten Badebuchten. Ein Strandabschnitt zählt so gar zu den schönsten Europas oder der Welt??? Egal, eins von Beidem, aber ich muss sagen, die anderen kleineren Strände haben uns viel besser gefallen. Was wahrscheinlich auch daran lag, dass wir diese komplett für uns hatten.

Adriaküste mit Kindern

Wir verbrachten ein paar Tage an diesem Ort und konnten uns so auch noch einmal mit der Glücksfee und dem Glücksfeemann treffen. Diesmal luden wir die Beiden zu Kaffee und Pancakes ins Appartment ein. Die Zubereitung hat unser Großer übernommen. Er wollte nämlich unbedingt ein Lob von dem Starkoch absahnen und als er dies auch ohne Nachfrage bekam, war er Stolz wie Oscar und ist es bis heute. Seitdem darf hier nur noch er Pancakes machen, weil die natürlich sonst niemand so gut kann. Der Abschied von unseren Rettern in der Not verlief doch schon ein bisschen schmerzlich. Es gibt halt einfach so Menschen, mit denen ist man sofort auf einer Wellenlänge und es fühlt sich an, als wäre man seit Jahren befreundet. Diese möchte ungern los lassen, zumal zwischen uns eine große Entfernung liegt. Wir haben uns aber fest versprochen, im Kontakt zu bleiben (klappt bis jetzt) und uns gegenseitig zu besuchen. Nächstes Jahr wollen die Beiden dann zu uns kommen.

Biokovo Gebirge und Adriaküste

Bevor es für uns weitergehen sollte, wollten wir unbedingt noch den Canyon bei Omis sehen. Die Landschaft ist mal wieder der absolute Wahnsinn und die Fahrt mit dem Boot durch den Canyon lässt ein schon staunen. Ein Ohhhhh nach dem anderen war zu hören. Wir hatten das Glück, dass mein Menne Erfahrung mit Booten (naja eigentlich mit Segelschiffen) hat und wir somit ein Boot für uns alleine mieten konnten, welches dann mein Mann gesteuert hat. In der Regel ist es aber wohl so, dass es große Boote für ca 20 oder 30 Personen gibt und diese von einem Bootsführer gesteuert werden.

Auf jeden Fall ist dieser Canyon sehenswert!

Trogir:

Der nächste Weg führte uns dann nach Trogir und auch wenn es Babyboy wieder gut ging, entschieden wir,den restlichen Urlaub kein Zelt mehr aufzubauen, sondern nur noch in Appartements einzukehren.

Die Stadt Trogir kann ich auf jeden Fall jedem der Kroatien besucht ans Herz legen. An dem kleinen Hafen reihen sich tolle gemütliche Bars und Cafes aneinander, die Stimmung ist gelassen und man kann in wundervoller Kulisse den Sonnenuntergang beobachten. Die Altstadt von Trogir zählt übrigens zum Weltkulturerbe der Unesco und ist in der Tat atemberaubend. Nervig sind nur die ganzen Touri-Läden mit ihren Ramsch-Artikeln.

Übernachten würden wir übrigens nicht noch einmal dort bzw. nicht direkt an der Altstadt, denn so schön es auch ist, so laut ist es auch. Tagsüber nicht unbedingt ein Problem, aber Nachts eher nicht so unser Ding.

Reisebericht Kroatien

Krka Nationalpark:

Den Tag darauf ging es mit dem Bus weiter. Und ich muss wirklich nochmals betonen, Busfahren in Kroatien ist die Hölle und bitte glaubt nie den Fahrplänen. Nein glaubt noch nicht einmal der Bushaltestelle, denn nur weil es sie gibt, muss dort noch lange kein Bus anhalten. Außerdem sollte man immer Kotztüten dabei haben-zumindest die Leute, die zum Beispiel auch Kettenkarussell fahren scheiße finden. Busfahren in Kroatien ist so ähnlich. Wie auch immer, unser nächstes Ziel sollte der Krka Nationalpark sein und wir hatten Glück, unser nächstes Appartement war nur 5 Minuten Fußweg vom Eingang entfernt. Im Sommer bestimmt der absolute Horror, aber im Oktober war es schön leer und ruhig – der Nationalpark selber allerdings nicht. Auch zu dieser Jahreszeit wurden die Touristen noch im 10 Minuten-Takt mit Bussen angeschifft und ich will wirklich nicht wissen, wie es in der Hauptsaison dort zugeht. Dennoch hat sich ein Besuch des Nationalparks und natürlich der atemberaubenden Wasserfälle gelohnt. Die Schönheit dieser lässt sich wohl kaum mit Worten beschreiben und auch die Bilder transportieren den faszinierenden Anblick nicht im geringsten.

Krka Nationalpark, Wassfälle

Bezüglich des Preises könnt ihr übrigens nicht davon ausgehen, dass die Website auf dem aktuellen Stand ist, bzw. das die Angaben stimmen. Wir mussten auf jeden Fall vor Ort deutlich mehr bezahlen und auch die Bootsfahrt die angeblich inklusive sein sollte, hätten wir nochmal extra bezahlen sollen. Haben wir nicht gemacht und das zum Glück, denn das Boot fuhr an dem Tag nur einmal und die Abfahrt hatten wir schon längst verpasst. Ein Witz, dass man uns diese Tour an der Kasse trotzdem angeboten hat.

Fazit:

Eigentlich hätte ich auch in diesem dritten Teil viele Negativ-Erfahrungen mit reinbringen können, aber unsere Glücksfee macht all das Schlechte, was wir diesen Urlaub erlebt hatten nichtig.

Dennoch, abschließend noch ein paar Worte zu diesem Land:

Kroatien hat viele sehenswerte Städte und Dörfer. Die Landschaft ist unfassbar schön und ganz besonders angetan sind wir von den wilden Gebirgsregionen und dem Hinterland. Die Strände sind mir persönlich leider oft zu zugebaut und unsere Glücksfee erzählte, dass es im Sommer dort kaum auszuhalten ist. Jedes Fleckchen sei dann belegt und die Einheimischen gehen flüchten. Die kleineren Buchten sind teilweise sehr felsig und für kleine Kinder eher ungeeignet.

Ich denke außerdem, dass es für Backpacking-Touren besser geeignete Länder gibt.

Wir haben auf jeden Fall nicht das Bedürfnis nochmals einen Urlaub in Kroatien zu verbringen. Dafür überwiegen einfach die Negativ-Erfahrungen, die wir dort gemacht haben. Lediglich ein Besuch bei der Glücksfee und dem Glücksfeemann werden uns nochmal dorthin bewegen.

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Was ist mit euch? Seid ihr schon einmal dort gewesen und wie sind eure Erfahrungen mit Land und Leute? Oder habt ihr auch schon mal eine Glücksfee getroffen?

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