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Wer ist Malala aus dem Swat Tal?

6. Juli 2016

malala

Malala kommt aus dem Swat Tal, einer Bergregion im Nordwesten Pakistans. Seit sie 10 Jahre alt ist, sind in diesem Gebiet die Taliban an der Macht und zwingen den Menschen durch Gewalt ihre Regeln auf . Mädchen müssen sich verschleiern, Musik und Tanz wird verboten und auch zur Schule dürfen sie nicht mehr gehen. Malala hielt sich nicht an dieses Gesetz und besuchte weiterhin mit Unterstützung ihres Vaters, welcher sich ebenfalls immer für die Rechte von Frauen stark machte, die Schule. Beiden ist wussten, dass nur Frauen mit einer guten Schulbildung, die Möglichkeit haben etwas zu erlernen und das alle anderen als Näherin für Konsumgiganten wie H&M und Co. enden. Doch Malala wollte sich nicht nur widersetzen, sie wollte Aufklärungsarbeit leisten und sich für die von Unterdrückung gebeutelten Frauen und Mädchen in ihrem Land stark machen.

2009, mit gerade einmal 11 Jahren beginnt Malala anonym einen Blog für den BBC zu schreiben. Sie klärt auf, über die Missstände, über die Diskreminierung der Frauen und über die Gewaltbereitschaft der Taliban;und ist somit eine der sehr wenigen Menschen, die Augenzeugenberichte verfasst hat. Kurze Zeit später wagt sie als junges Mädchen das, was selbst für viele Erwachsene undenkbar erscheint, sie hebt die Anonymität ihres Blogs auf und beginnt öffentlich für die Rechte der Frauen zu kämpfen. Sie hält Vorträge, gibt Interviews sowohl für pakistanische, als auch internationale Zeitungen und erhält so gar den pakistanischen Jugend-Friedenspreis.

2012 waren die Taliban zwar nicht mehr an der Macht, aber die Region blieb dennoch konservativ eingestellt und Soldaten patrouillierten auch weiterhin vor Ort.

Malala ist in diesem Jahr 15 Jahre alt und als sie eines Tages mit dem Schulbus heimwärts fährt, bekommt sie für ihr Engagement die Rache der Taliban zu spüren. Zwei maskierte Kämpfer stürmen in den Bus und fragen, welches Mädchen Malala sei. Unabsichtlich geben die Blicke der anderen sie bekannt. Malala war das einzige Mädchen mit unbedeckten Gesicht, was die Taliban Kämpfer wohl noch mehr reizte. Aus nächster Nähe schoss einer der beiden Malala direkt in den Kopf.

Wie durch ein Wunder überlebt Malala dieses Attentat und wird in ein pakistanisches Krankenhaus gebracht. Zur Weiterbehandlung wird sie später nach England geflogen wo sie mittlerweile auch aus Sicherheitsgründen mit ihrer Familie lebt, denn nach wie vor drohen die Taliban Malala umzubringen.

2014 wird sie als jüngste Person aller Zeiten mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Und nach wie vor kämpft Malala für die Rechte von Frauen und Mädchen. Sie weiß, dass Bildung gegen Armut und Unterdrückung helfen kann und weiterhin möchte sie als gläubige Muslimin, die wahren Werte ihres Glaubens vermitteln, die nämlich nichts mit dem Handeln der Taliban und anderen gleichgesinnten Gruppierungen zu tun haben. In einem Interview mit der Welt spricht sie über ihren Einsatz, das Attentat und auch über ihre Zeit in England: „Es macht mich manchmal traurig, wenn ich sehe, wie groß die Unterschiede doch sind. In westlich geprägten Ländern gibt es überall Technologie, die Leute sind ständig damit beschäftigt, darüber nachzudenken, was sie sich als nächstes kaufen sollen. Im ärmeren Teil der Welt gibt es Kinder, die sich über solche Dinge überhaupt keine Gedanken machen können. Sie können nicht mal zur Schule gehen, weil es oft gar keine Schulen gibt. Ich bin fest davon überzeugt, dass meinem Land und seinen Leuten dieselben Chancen offen stehen sollten. Ich würde gerne dabei helfen, das zu erreichen.“ Sie gibt den Menschen eine Stimme, die keine haben dürfen und macht Frauen und Mädchen Mut, sich gegen Unterdrückung zu wehren.

Mittlerweile hat Malala ihr eigenes Buch „Ich bin Malala“ veröffentlicht und auch ein Film über sie gibt es auf dem Markt. Des öfteren wird ihr, aber besonders ihrem Vater unterstellt, dass alles sei nur eine Marketingstrategie und er habe Malala zu diesem Weg gedrängt. Für mich persönlich nicht vorstellbar, sofern man diese junge Frau sprechen hört. Und ist es nicht immer so, wo Gutes getan wird, kommen auch gern welche daher um mit Scheiße zu werfen. Malalas ganz großes Ziel ist übrigens, nach Beendigung ihres Studiums nach Pakistan zurückzukehren und Premierministerin zu werden. Bis dahin reist sie immer wieder mit Kamerateams und Reportern in Krisengebiete um auf das Elend dieser Welt aufmerksam machen. Meine Daumen gehen auf jeden Fall in die Luft für diese Frau und vielleicht sollten wir alle Mal über eine Sache nachdenken, die Malala immer wieder mal betont: „Ich bin zur Zielscheibe geworden, weil ich es gewagt habe, öffentlich Kritik zu äußern. Ich habe über die Verbrechen der Taliban gesprochen – und sie namentlich genannt. Das war gefährlich, sicher. Aber wenn Unrecht geschieht, dann muss man es doch auch sagen dürfen. Warum hätte ich schweigen sollen? Ich finde allerdings auch, dass es nicht einen Vorfall brauchen sollte, wie jenen, den ich erleben musste, damit die Welt von solchen Ungerechtigkeiten überhaupt Kenntnis nimmt. Es sollte doch selbstverständlich sein, dass man Missstände offen anspricht.“

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2 Comments

  • Reply *thea 7. Juli 2016 at 8:38

    Hatte schon länger im Hinterkopf, das Buch mal zu lesen. Ich finde, wenn jemand so couragiert, mutig und engagiert für seine Rechter und die vieler anderer Eintritt ist jede PR gerechtfertigt. Ich hoffe, sie schafft es irgendwann zurück zu kehren und dort die Politik mitzugestalten, damit die Zustände sich bessern. ..Gerade in der aktuellen Phase tut es gut, von solchen Menschen zu hören. lg *thea

    • Reply beccs@ruhrstyle 11. Juli 2016 at 6:32

      Absolut, wenn jemand Gutes tut, kann auch ruhig darüber berichtet werden, aber ich glaube, so traurig es auch ist, dass viele Menschen einfach nicht fassen können, dass es Personen gibt, die einfach nur aus Hingabe und Nächstenliebe für andere eintreten.

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