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Unkraut: Vitaminbomben und Leckerei

21. Juni 2016

loewnzahnwiese

Zugegeben, auch mich stört so manches Mal das Unkraut, welches sich bei uns im Garten breit macht. Es wuchert und wuchert und nimmt keine Rücksicht auf die liebevoll eingesetzten Pflänzchen, die sich aus Panik vor dem immer größer werdenden Löwenzahn, lieber am Boden halten. Nun habe ich mich mal ein bisschen intensiver mit Unkraut beschäftigt und da mir dieses Gewächs leid tut, sofern ich es einfach nur rausrupfe und auf den Kompost werfe, habe ich nun eine neue Verwendung gefunden.

Raus aus dem Garten, rein in die Salatschüssel, oder den Tee. Sogenanntes Unkraut ist nämlich reich an Vitaminen, Mineralstoffen und bioaktiven Pflanzenstoffen und mit diesen oft als lästig abgestempelten Pflänzchen können wir unserem Körper wahrlich Gutes tun. Das beste, wir bekommen diese Vitaminbomben so gar gratis.

Das man nicht da sammelt, wo viele Hunde gassi geführt werden, oder Gülle abgeladen wird, versteht sich von selbst denke ich. Auch Grünstreifen an viel befahrenen Straßen oder nahe eines Industriegebietes sollte man lieber meiden. Ebenso wichtig ist es, dass nur Pflanzen gesammelt werden, die man kennt oder wo eine Verwechslung ausgeschlossen ist, denn ein Gifttrunk will sich bestimmt niemand mixen.

Nun kommen wir aber mal zu den Pflänzchen, die es sich zu pflücken lohnt.

loewenzahn gesundes Unkraut

Löwenzahn – Dieser ist ja so gut wie überall zu finden und jeder kennt ihn. Löwenzahn ist reich an Vitamin A und kann sehr gut für Salate verwendet werden. Bis auf die Milch, kann man von diesem Unkraut alles verwenden. Die Blätter schmecken leicht säuerlich und nussig und werden gerne auch für Suppen verwendet. Die Blüten sind hervorragend zum verzieren geeignet, aber auch um veganen Honig herzustellen. Abgesehen von all dem, regt Löwenzahn auch noch die Verdauung an und hilft gegen Blähungen.

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Brennessel gesund und lecker

 

Die Brennessel – Dieses Gewächs geht mir ja wirklich ziemlich oft auf den Zeiger, aber die Brennessel ist auch ein wahres Wunderwerk. Sie enthält unheimlich viel Vitamin C, Eisen und Calcium. Man kann die Samen im Müsli verwenden, die Wurzel für Tee, oder die Blätter als Füllung für Tortellini oder Raviolie.

 

 

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gundermann

 

Gundermann – Diese Bodendecker Pflanze ich nicht ganz so bekannt wie die vorher genannten, ist aber eine wunderbare Möglichkeit um Gerichte zu würzen. Gundermann schmeckt ziemlich bitter und ein wenig scharf. Wunderbar für Salate, Kräuterquark, Dips oder aber auch als Würzmittel für dieverse Pesto. Man findet die Pflanze am Waldrand und in relativ feuchten Wiesen.

 

 

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Allium_ursinum (Bärlauch)_-_Blüte

Bärlauch – Hach jetzt träume ich doch direkt wieder von leckerem Bärlauch Pesto, aber auch als Suppe oder Brotaufstrich eignet sich dieses mittlerweile sehr beliebte Unkraut bestens. Beim Pflücken sollte man vorsichtig sein, denn die Blätter lassen sich leicht mit denen des Maiglöckchens verwechseln, welche hochgiftig sind. Ein kleiner Tipp: wenn man meint, Bärlauch gefunden zu haben, kann man die Blätter zwischen den Fingern zerreiben, riechen diese ein wenig nach Knoblauch, kann man sicher sein, Bärlauch in der Hand zu halten. Sind die Blätter Geruchsneutral, sollte man lieber die Finger davon lassen.

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gänseblümchen Salat und mehr

 

Gänseblümchen – Diese zarten Blümchen mag ich ja schon gar nicht als Unkraut bezeichnen, denn ich finde sie eigentlich wunderschön und viel zu schade zum pflücken. Sie haben einen leicht nussigen Geschmack und werden gerne für Salate benutzt aber auch für Gelee sind Gänseblümchen bestens geeignet.

 

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Gartenschaumkraut

 

Gartenschaumkraut – Dieses Unkraut erinnert geschmacklich an Rucola, was kein Wunder ist, denn diese beiden Pflanzen sind verwandt. Gartenschaumkraut ist ebenfalls reich an Vitamin C, Bitter – und Mineralstoffe und soll eine blutreinigende und durchblutungsfördernde Wirkung haben. Die Blätter und Blüten schmecken besonders gut im Salat oder einfach so auf einer Scheibe Brot.

 

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Pimpinelle reich an vitamin c

 

Pimpinelle – Dieses Unkraut ist Vitamin C pur und kann sowohl in Salaten, als auch Dips, Saucen oder Suppen verwendet werden. Auch diese Pflanze hat heilende Wirkungen und hilft zum Beispiel bei Sodbrennen, Durchfall, ist zudem entzündungshemmend und schleimlösend.

 

 

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indisches springkraut

 

Indisches Springkraut – Diese Pflanze ist auch nicht soooo bekannt, aber durchaus empfehlenswert. Sie lässt sich oft an Bachläufen oder feuchten Gräben nieder. Bei diesem Unkraut geht es vorrangig um die Samen, welche auch Roh, ganz ausgezeichnet schmecken. Ansonsten kann man diese als Nussersatz, in Aufläufen, Bratlingen, Salaten oder Dips nutzen. Auch die Blüten sind essbar und schmecken leicht süßlich.

 

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gartenmelde

 

Gartenmelde – Dieses Unkraut ist ein enger Verwandter des Spinats und wächst am liebsten an Mauern oder Hecken. Geschmacklich ist diese Pflanze auch mit Spinat zu vergleichen, schmeckt nur etwas milder. Auch die Gartenmelde ist sehr gesund und enthält Eisen, Magnesium, Vitamin A und Vitamin C. Man kann sie roh essen, aber auch gekocht wie Spinat.

 

 

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der gute heinrich

 

Der gute Heinrich – Diese Pflanze wächst am liebsten auf stickstoffreichen Böden und ist sehr genügsam. Zur Zubereitung erntet man die Stiele und die Blätter und kocht diese wie Spinat. Vom Geschmack her, ist der gute Heinrich aber bedeutend würziger als sein naher Verwandter. Wie die meisten Unkräuter ist auch dieses sehr gesund und man sagt es wirkt Wunder bei Blutarmut, Entzündungen und Verstopfungen.

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11 Comments

  • Reply Claudia Nell 4. Juli 2016 at 8:59

    Toller Artikel- ich habe ihn auf Vegamina geteilt 🙂

    • Reply beccs@ruhrstyle 11. Juli 2016 at 6:34

      Vielen Dank, ich habe mich sehr darüber gefreut. 🙂

  • Reply Franziska von Greenderella 27. Juni 2016 at 10:41

    Oh, das ist ein Beitrag ganz nach meinem Geschmack (im wahrsten Sinne). 😀 Ich pflücke auch total gerne Grünzeug für meine Smoothies, allerdings kenne ich noch gar nicht so viele essbaren Kräuter. Oft bleibt es dann bei Löwenzahn, Bärlauch und Gänseblümchen. Deine Auflistung ist total hilfreich – vielen Dank dafür! Ich wusste z.B. gar nicht dass dieses indische Springkraut essbar ist, wie cool! Das muss ich auch mal testen. 😛

    • Reply beccs@ruhrstyle 1. Juli 2016 at 11:54

      Hallo Franziska,

      wie machen sich Gänseblümchen und Löwenzahn in Smoothies? Diese Art der Zubereitung habe ich noch nie ausprobiert.

  • Reply Jenni 23. Juni 2016 at 20:37

    Liebe Rebecca!

    Wow! Ich bin schwer beeindruckt!
    Ich muss gestehen, dass ich leider so gar keine Ahnung von Kräutern habe, das aber sehr gerne ändern würde. Ich schäme mich manchmal wirklich, an Pflanzen vorbeizugehen, die mir vom Sehen bekannt vorkommen, deren Namen ich aber absolut nicht weiß und habe stets das Gefühl, eine latente Bildungslücke zu haben.
    Daher habe ich diesen Artikel mit großer Neugier gelesen – danke dir für das viele Wissen! 🙂

    Hast du dir das alles auf eigene Faust angeeignet? Wie bist du dazu gekommen, dich damit näher zu befassen?

    Liebe Grüße
    Jenni

    • Reply beccs@ruhrstyle 23. Juni 2016 at 21:54

      Ach, dafür musst du dich doch nicht schämen. Alles kann man lernen und es gibt ja mittlerweile ganz tolle Kräuterwanderungen in NRW.Vielleicht wäre das auch etwas für dich!?!
      Ich habe viel von meiner Mama und Oma gelernt, die schon immer gerne in der Natur oder dem Garten gesammelt haben. Von daher kenne ich schon einige Pflänzchen und anderes habe ich mir in letzter Zeit zusätzlich angelesen. Wir haben ja auch einen Garten und deshalb interessiere ich mich generell für Pflanzen. 🙂

      Es freut mich sehr, dass dir der Artikel so gut gefällt.

      Liebste Grüße
      Rebecca

  • Reply Ari 22. Juni 2016 at 19:31

    Toller Beitrag und hat mir persönlich sehr viel über Kräuterkunde gebracht. Beschäftige mich sowieso gerade mit gesunder Ernährung. da kommt dein Artikel zur richtigen Zeit 🙂
    Liebe Grüße, Ari
    http://www.moderiamia.de

    • Reply beccs@ruhrstyle 22. Juni 2016 at 19:43

      Das freut mich wirklich sehr! Was gesunde Ernährung betrifft, hat man wirklich viel zu lesen. 🙂 Bei Fragen kannst du dich gerne melden. Ich bin zwar keine Ernährungsberaterin, habe mich aber auch schon viel mit der Materie auseinandergesetzt.

      Viele liebe Grüße
      Rebecca

  • Reply Nico Treeman 21. Juni 2016 at 17:43

    Sehr cooler Beitrag, grade heute dachte ich daran, dass ich gerne mal lernen würde was wir bei uns in der Natur essen können 🙂
    Ich finde sowieso, dass wir bevor wir Superfood aus Südamerika importieren mal nach Superfood vor der eigenen Haustür schauen sollten.

    • Reply beccs@ruhrstyle 22. Juni 2016 at 19:46

      Oh ja, da gibt es wirklich eine ganze Menge. Ich liebe es auch, im Herbst Pilze zu sammeln. Die schmecken einfach viel besser, als die aus dem Supermarkt. 🙂

  • Reply *thea 21. Juni 2016 at 10:30

    cool danke für die Kräuterkunde, ist echt schade, dass ich nie im Kopf habe, was man so essen darf. Meistens mehr als man denkt 😀 Immer wenn ich „Unkraut“ sehe, muss ich daran denken, dass ich doch gerne wieder Kaninchen hätte, weil die sich sooo über den Löwenzahn freuen würden – in die menschliche Verwertung sollte ich auch mal einsteigen 😀 lg

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