Blog

Solidarität ist kein Zauberwort!

18. Juli 2016

helfen ohne zu warten

Nachdem die letzten beiden Beiträge ja eher etwas zum schmunzeln waren, komme ich nun wieder zu einem ernsteren Thema. Zwar habe ich die Tage erst wieder gelesen, dass ernste Artikel auf Blogs nicht gern gesehen werden, da diese oft nicht positiv sind und Schönes nun einmal besser ankommt, aber ich komme nicht drum herum; denn egal wie sehr wir uns auch wünschen eine Polly Pocket Insel zu bewohnen, egal wie sehr wir natürlich auch das positive im Leben brauchen, diese Welt hat große Probleme und wir können diesen auf Dauer nicht ausweichen.

Klar, uns geht es hier immer noch wie König Salomo, der auf seinem Throne saß und einen Korb voll Äpfel aß und genau darum, können wir auch jede Menge bewirken.

Momentan befinden sich weltweit rund 60 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Konflikten. Für mich ist diese Zahl kaum zu fassen und sie liegt ehrlich gesagt ein wenig abseits meiner Vorstellungskraft. Doch drücken wir dies einmal statistisch aus, bedeutet das, dass von 122 Personen weltweit, 1 Person auf der Flucht ist. Der UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres sagte dazu folgendes: „Wir werden aktuell Zeugen eines Paradigmenwechsels. Wir geraten in eine Epoche, in der das Ausmaß der globalen Flucht und Vertreibung sowie die zu deren Bewältigung notwendigen Reaktionen alles davor Gewesene in den Schatten stellen. Es ist erschreckend zu beobachten, dass jene straflos bleiben, die Konflikte auslösen. Gleichzeitig scheint die internationale Gemeinschaft unfähig zur Zusammenarbeit, um Kriege zu beenden sowie Frieden zu schaffen und sichern.“

Wie wahr und durchaus kann man sich die Frage stellen, was wir kleinen Menschen tun können, wenn selbst die Politik versagt.

In diesem Zuge möchte ich euch den Essener Verein „Helfen ohne zu warten“ vorstellen, der sich zur Aufgabe gemacht hat, mit dem Herzen zu handeln ohne lange zu fackeln. Alle Mitglieder, der Vorstand eingeschlossen, arbeiten ehrenamtlich und einer der Vorstandsvorsitzenden erklärte es mir wie folgt: „Wir wollen nicht bezahlt werden, niemand möchte das hier, denn das Geld soll denen zugute kommen, die es wirklich dringend brauchen.“ Sie investieren neben ihrem Beruf unheimlich viel Zeit und Kraft um denen zu helfen, die oft überhört werden oder denen hierzulande erst gar keine Stimme gegeben wird.

Helfen ohne zu warten

Die Hilfe für Menschen auf der Flucht entstand mehr oder weniger, von einem Moment auf den anderen,. Einer der ehrenamtlichen Helfer hatte einer Familie aus Syrien beim Bezug ihrer Wohnung geholfen, indem er beim renovieren anpackte, Möbel organisierte und seelischen Beistand leistete. Seine Gefühle teilte er den anderen Mitgliedern des Vereins über deren Whats App Gruppe mit und er rief alle dazu auf, weitere Hilfe zu leisten, getreu dem Motto: Gemeinsam sind wir stark. So kam es, das „Helfen ohne zu warten“ neben ihren eigentlichen Projekten, die übrigens nicht weniger beeindruckend sind, auch die Verantwortung übernahm, in der Flüchtlingshilfe aktiv zu werden. Mit viel Liebe und Engagement werden Kleiderspenden, Sportveranstaltungen und Frühstucksrunden organisiert um ein bisschen Freude in das Leben dieser Menschen zu bringen, die alles verloren haben. Ganz besonders liegt dem Verein die seelische Betreuung und die Unterstützung in ein neues, doch sehr anderes Leben am Herzen. Ihr müsst bedenken, viele dieser Menschen haben alles verloren und ich nehme damit nicht nur Bezug auf die materiellen Güter, sondern vielmehr auf Freunde und Verwandte, die in diesem schrecklichen Krieg oder aber auf der Flucht ums Leben kamen und die, die diese mehrere tausend Kilometer bis hierhin geschafft haben, stehen direkt vor den nächsten großen Herausforderungen. Viele sind krank und brauchen ärztliche Betreuung. Es müssen unheimlich viele Behördengänge absolviert werden und jeder, auch wer schon immer hier lebt, weiß, wie kompliziert unsere Ämter doch oft agieren. Wie soll ein Mensch, der unsere Sprache nicht verstehen kann, diese Schritte alleine bewältigen? Die Mitglieder von Helfen ohne zu warten greifen bei diesen Aufgaben unter die Arme und begleiten Flüchtlinge auf diesem komplizierten Weg. Außerdem finden, ebenfalls durch Ehrenamtliche organisiert, intensive Sprachkurse statt, um eine schnelle Verständigung möglich zu machen.

Solidarität zeigen

Nun, ich habe bereits einige der Helfer und Helferinnen kennengelernt und ihr Einsatz und vor allem ihre Freude dabei hat mein Herz berührt und verleiht Mut weiter zu machen und den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Es sind noch einige tolle Aktionen bzw. Veranstaltungen geplant, auf die ich zu gegebener Zeit hinweisen werde und ich wünsche mir aus meinen tiefsten Inneren, euch, sofern ihr aus der Nähe kommt, dort begrüßen zu dürfen.

Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, ist der Verein auf viele Helfer angewiesen, zumal auch noch weitere Projekte, beispielsweise in Tansania laufen, wo sich der Verein um Waisenkinder, Bildungsprogramme und den Bau von Brunnen kümmert. Von daher möchte ich euch von ganzem Herzen bitten, wenn ihr aus dem Ruhrgebiet/NRW kommt und es irgendwie möglich machen könnt Hilfe zu leisten, dann tut es. Vielleicht habt ihr Möbel über, oder Kleidung!?! Vielleicht könnt ihr als Sprachlehrer Unterstützung leisten (bedenkt, die meisten Flüchtlinge sprechen arabisch und teilweise englisch)!?!Vielleicht könnt ihr bei Behördengängen helfen oder bei Veranstaltungen!?!

Vielleicht könnt ihr mit einer Spende den Kindern in Tansania helfen!?!

Vielleicht könnt ihr die Seite in euren Social Netzwerk Kanälen teilen!?!

Glaubt mir, jede Hilfe ist gern gesehen und wir können uns auf diese Weise auf der richtigen Seite positionieren in einer Zeit, in der es so scheint, als würden wir uns zurückentwickeln. Solidarität ist kein Zauberwort und diese zu zeigen ist dringend erforderlich!

Falls ihr helfen könnt, schreibt mir oder am besten dem Verein einfach eine Nachricht und bietet eure Hilfe an; und wenn ihr nun die Website von Helfen ohne zu warten besucht, werden sich vielleicht manche wundern, dass nur türkische Namen auf der Seite zu finden sind, aber glaubt mir, jede Hilfe ist willkommen und Religionen, Hautfarben oder die Herkunft, spielen hier absolut keine Rolle. Im Gegenteil, multikulturelle Helfer sind erwünscht und es kommt den geflüchteten Menschen nur zugute und erleichtert ebenso den Einstieg in diesem fremden Land.

Auf der Flucht vor Krieg und Terror

Meine E-Mail Adresse findet ihr hier und die Kontaktdaten des Vereins hier.

Merken

Merken

Merken

Merken

You Might Also Like

12 Comments

  • Reply Jenni 29. Juli 2016 at 9:41

    Liebe Rebecca!
    Ich kann mich den Vorkommentator*innen nur anschließen: Toll, dass es Menschen wie dich gibt, die ihre Reichweite dazu nutzen, auch und gerade solche Themen anzusprechen! Ich finde das klasse und es zeigt, dass du absolutes Rückgrat besitzt.

    Ich danke dir für die Vorstellung dieses Projektes (ich habe mich gleich einmal dort umgesehen und werde das jetzt auf jeden Fall verfolgen, das Ganze scheint ja noch etwas im Aufbau zu sein. Ich hoffe, dass ich auf der Seite bald handfeste Möglichkeiten finden werde, aktiv zu werden – so anonym über Spendenformulare mag ich das nicht immer gerne haben. Da begegne ich den Menschen lieber persönlich und helfe so – beispielsweise über Sachspenden an der örtlichen Tafel oder ähnliche Dinge. Vielleicht finden sich solche Projekte ja auch bald dort, das würde mich sehr freuen. 🙂

    Auf jeden Fall finde ich die Botschaft dieses Artikels ganz, ganz wichtig und ich möchte dich ermutigen: Bleib‘ dir auf jeden Fall selbst treu – deine Arbeit ist wunderbar! <3

    Liebe Grüße
    Jenni

    • Reply beccs@ruhrstyle 22. August 2016 at 6:20

      Hallo Jenni,

      entschuldige, dass ich erst jetzt zum antworten komme. Im Urlaub hatten wir ja oft kein Internet und nun, wo mein Equipment verbrannt ist, gestaltet sich das ganze auch etwas schwierig. Du hast recht, die Seite ist noch im Aufbau, obwohl es den Verein nun doch schon etwas länger gibt. Anonym läuft da eigentlich sehr wenig. Man kann den Verein jederzeit persönlich kontaktieren und erfragen, was benötigt wird und die Spenden natürlich auch selbst abgeben. So finde ich es auch immer besten. 🙂

  • Reply Christine 23. Juli 2016 at 9:26

    Eigentlich sehr traurig, dass ernste Posts auf Blogs nicht so gerne gelesen werden. Wahrscheinlich wird alles mit etwas mehr Text und weniger bunten Bildern weniger gelesen als ein Post, auf den sich schnell und leicht kommentieren lässt. Traurige Sache…

    Meine Schwester arbeitet seit ein paar Monaten mit Flüchtlingen und ich kann dir nur zustimmen, dass generell alles gebraucht wird. Von Klamotten bis hin zu Fahrrädern wird so gut wie alles gern gesehen und gebraucht. Auch ganz alltägliches Zeug, wie ein Topf zum Beispiel, hilft in irgendeiner Wohngruppe…

    • Reply beccs@ruhrstyle 22. August 2016 at 6:14

      Absolut, aber ich finde es toll, dass du ja auch öfters mal kritisch bist. 🙂 Ja, auch Kleinigkeiten helfen in den Unterkünften bzw. Wohngruppen. Oft denkt man, anur an Kleidungsspenden, aber die Dinge die fehlen sind viel umfassender.

  • Reply Tina 22. Juli 2016 at 8:10

    Wow, richtig toller Beitrag! Ich finde es – im Gegenteil – klasse, dass auch ernstere Themen angesprochen werden. Denn genau solche Themen gehen die ganze Menschheit etwas an! Super, dass du darüber schreibst und den Verein vorstellst. Chapeau!
    Liebe Grüße,
    Tina von http://www.freckledrebell.de

    • Reply beccs@ruhrstyle 22. August 2016 at 6:10

      Danke, es freut mich sehr, dass hier Menschen auf meinen Blog kommen, die auch solchen Themen Beachtung schenken.

      Liebe Grüße
      Rebecca

  • Reply Kristiina 20. Juli 2016 at 11:25

    Super Beitrag und ein so wichtiges Thema. Manchmal weiß man einfach nicht wo man anfangen soll…

    • Reply beccs@ruhrstyle 21. Juli 2016 at 6:38

      Vielen Dank! Am besten nicht darüber nachdenken, wo man anfängt, sondern einfach machen. 🙂 Es wird so viel Hilfe gebraucht, da kann man gar nicht überflüssig sein.

      Viele liebe Grüße
      Rebecca

  • Reply CHRISTINA KEY 19. Juli 2016 at 9:23

    Es ist sooooo super, dass es Blogger wie dich gibt Rebecca!
    Ich denke genau gleich wie du: Wenn viele so denken würden, wäre die Welt ein besserer Ort! ♥
    Das Gefühl wenn man anderen Menschen hilft und sie dadurch unterstützt und glücklich macht ist auch ein ganz Besonderes.
    Und ganz ehrlich, wenn nur 100 Leute diesen Beitrag lesen und du die Hälfte davon überzeugt hast, ist es viel mehr Wert,
    wie ein belangloser Beitrag, den sich 1000 Leute angeschaut haben.

    Unbedingt weiter so! ♥

    XX,
    http://www.ChristinaKey.com

    • Reply beccs@ruhrstyle 21. Juli 2016 at 6:36

      Liebe Christina,

      ich danke dir für deine lieben Worte und ich finde es ebenso bei dir klasse, dass du auch mal kritische Themen ansprichst und dich nicht scheust den Mund aufzumachen. Dieser Beitrag hier wurde bis jetzt wahnsinnig oft aufgerufen, aber viele trauen sich glaube ich nicht, ein Statement zu dieser Thematik abzugeben, da sie meinen, dies geht in eine politische Richtung (wurde mir mal gesagt). Wie traurig nicht wahr? Denn was hat Hilfe leisten schon mit Politik zu tun. Drei Kommentare konnte ich auch mal wieder nicht veröffentlichen, da sie rassistisch waren und ich diesen Leuten hier keine Plattform biete.

  • Reply Alf 18. Juli 2016 at 9:11

    Super Engagement und sehr cool, dass du den Verein vorstellst.

    • Reply beccs@ruhrstyle 21. Juli 2016 at 6:24

      Vielen Dank Alf!

    Leave a Reply

    Top