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Schwangerschaft-das Baby ist drin und du bist raus!

5. Januar 2018

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Sobald du ein Kind hast, ändert sich alles. Doch im Grunde fängt die Veränderung schon in der Schwangerschaft an. Da ist dann plötzlich diese dicke Kugel, die dich mal mehr mal weniger in deiner Bewegungsfreiheit einschränkt. Wehmütig schaust du in deinen Kleiderschrank und Anfangs versuchst du noch fast täglich, dich in deine heißgeliebten Jeans zu quetschen. Irgendwann gibst du dann aber doch auf und besorgst dir eine Latzhose. Auch die Prada Schühchen haben nun vorerst ausgedient. Pack sie am besten ganz nach hinten ins Regal, damit du sie nicht täglich sehen musst. Denn deine quallenartigen Matschfüße werden selbst in einem Prada-Schuh grausig aussehen. Also verstecke deine Stampfer nun lieber gleich in Sneaker mit H-Weite. Für Sommermütter sind auch die gut bewährten Birkis zu empfehlen. In denen kann sich der Fuß dann voll und ganz entfalten. Doch schreibe ich da gerade von Eitelkeiten und wahrscheinlich auch noch von meinen ganz Eigenen, also vergesst das am besten wieder! Oder wisst ihr was, ich schreibe einfach in der Ich Form weiter!

Und weil ich mir sicher bin, dass ihr die ganzen Stories darüber, wie wundervoll eine Schwangerschaft ist schon kennt, erzähle ich euch heute mal, was mich persönlich echt genervt hat. Vielleicht könnt ihr euch damit identifizieren, vielleicht auch nicht. Da sind zum Beispiel meine Nicht-Mama-Freundinnen mit denen ich eigentlich vor unserem Umzug immer ganz gerne zum Sport gegangen bin. Nun, in der Schwangerschaft bin ich grundsätzlich sensibel und in der letzten tatsächlich um 31 Kg schwerer geworden. Statt sich solidarisch zu zeigen, rief mindestens eine von ihnen immer dann an, wenn ich gerade wie Antje das Walross auf dem Sofa rumrobbte. Und jedes Mal war die Antwort auf meine Frage „was sie denn gerade so mache“, das sie entweder vom Sport kommt, oder gleicht zum Sport geht. Natürlich Rebecca! Was denn sonst? Eine Stunde vorher oder später – je nachdem-wurde oder wird dann noch das aktuelle WhatsApp Profilbild durch ein Neues direkt aus dem Fitnessstudio oder vom Lauf durch den Wald ersetzt. Ich sage euch, grauenvolle sadistische Egomaninnen sind das. Der Knaller war aber, als eine von ihnen eine Party veranstaltet hat und nebenbei erwähnte, dass diese für mich wohl eher nichts sein wird, wegen lauter Musik, Alkohol und so weiter… Das Baby ist drin und du bist raus!!! So schnell geht das. Ich regte mich tierisch gekünstelt darüber auf. Eine peinliche und lächerliche Show dafür, dass ich im Grunde eh nicht zu dieser Party wollte. Ich wollte einfach nur die Wahl haben. Die Entscheidung selber treffen. Weiterhin dazugehören! Doch ich hake hier mal ab. Fakt ist, wir haben uns noch immer lieb…

Und während meine Nicht-Mama-Freundinnen Sport trieben und Partys besuchten, versuchte ich nach unseren Umzug in ein neues Bundesland, das neue Heim einigermaßen heimelig zu gestalten. Leichter gesagt als getan mit einem Bauch, der wirklich überdimensionale Ausmaße annahm. Selbst die neue Gynäkologen empfand diesen -gelinde ausgedrückt- etwas sehr groß. Immer wieder wurde ich angesprochen ob ich Zwillinge bekommen würde. Und Bekannte und Verwandte stellten mit Erschrecken fest, das die einst so zarte Rebecca ein rollendes Fass geworden ist. Taktgefühl war bei meinem Erscheinungsbild wohl nicht mehr möglich. Und ich fühlte mich ja selber wie ein Wal-wie ein gestrandeter Wal. Ich stellte mir vor, wie sich so ein gestrandeter Wal fühlen muss und ich übernahm den Schmerz, den so ein Wal wohl laut meinen Vorstellungen empfinden muss. Und ebenso wie dieser Wal, wollte auch ich irgendwann nur noch zurück ins Meer.

Dann alles tat nur noch weh. Meine Knöchel waren nicht mehr sichtbar und jeder Gang war eine Qual. Hinzu kamen die Wehen, die mich vom siebten Monat an fast täglich begleiteten. Also Schwangerschafts-Glow war bei mir nicht wirklich zu sehen. Das einzige was bei mir gestrahlt hat, waren die Pickel in meinem angeschwollenem Gesicht.

Und auch, wenn das längst nicht alles war. Denn hinzu kommen zum Beispiel auch noch Sodbrennen, Rücken, Ischias und ab und an Kotzerei. Ja trotz dessen, muss ich all denen, die darüber schreiben oder erzählen, wie wundervoll eine Schwangerschaft ist zustimmen. Denn hallo!?! Da wächst ein kleiner Mensch im eigenen Bauch heran. Mich zumindest hat das jedes Mal total geflasht! Und mit der Gewissheit, füllte sich auch mein Herz immer mit dieser ganz besonderen Liebe. Die Liebe zu diesem fremden Persönchen, welches näher nicht sein könnte.

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2 Comments

  • Reply Sara 21. Januar 2018 at 20:45

    Nun saß ich hier schmunzelte und nickte abwechselnd, denn es hätte eine Beschreibung meiner Schwangerschaft sein können. Bis auf den riesigen Bauch, da meiner recht normal war, denke ich.

    • Reply AVEC QUATRE 30. Januar 2018 at 11:40

      Es freut mich sehr, dass ich dich zum schmuzeln bringen konnte. Danke für deinen lieben Kommentar.

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