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Safetypin: Nein zu Rassismus!

1. Juli 2016

don´t be racist

Wer vor ein paar Tagen noch laut verkündet hat, der Rassismus wird sich hier und mit hier, ist ja oft der Westen gemeint, nie wieder richtig ausdehnen können, alles sei nur Panikmache und maßlos übertrieben, der wird wohl nun eines besseren belehrt. England liegt um die Ecke, so nah, dass wir quasi hinspucken können und genau das, was angeblich nicht passieren kann, passiert nun doch. In etwa 850000 Polen leben derzeit in England, viele von ihnen schon ihr leben lang. England ist ihre Heimat, aber wie lange noch lautet die aktuelle Frage? Sie trauen sich nicht auf die Straße, weil sie beschimpft, ja so gar tätlich angegriffen werden. Wie schnell Rassismus sich ausbreitet, zeigt das Beispiel einer Deutschen, die seit 43 Jahren in England lebt.

Sie rief bei einer Call-In Sendung eines britischen Radiosenders an und weinte bitterlich, während sie ihre neusten Erfahrungen erzählte: Hundedreck hat man gegen ihre Haustür geworfen, sie solle nach Hause gehen, wird ihr zugerufen und selbst langjährige britische Freunde wenden sich nun von ihr ab. Doch nicht nur EU-Ausländer sind in England betroffen, sondern auch alle anderen Menschen mit Migrations Hintergrund. Der Rat der Muslime hat in den letzten Tagen 100 Berichte über fremdenfeindliches Verhalten zusammentragen. Seit dem Brexit haben die Anfeindungen bzw. Ausschreitungen laut Polizei um über 50% zugenommen und die Frage, wo das hinführen soll, ist völlig berechtigt. Ehrlich gesagt, müssen wir nicht Nostradamus sein um zu erkennen, dass die Stabilisierung der Rechten Szene, wie sie nun einmal gerade stattfindet ein bitteres Ende nehmen wird, solang nicht Einhalt geboten wird und das bitte dalli. Erschreckend ist nämlich auch das Tempo mit dem der Fremdenhass zunimmt. Der Brexit ist gerade ein paar Tage her und dennoch berichten viele Bürger Englands, dass sie nun -teilweise zum ersten Mal-aufgrund ihrer Herkunft beschimpft werden. Es scheint als sei der Brexit der Befreiungsschlag für rechtes schon immer in vielen brodelndes Gedankengut. Erschreckend, nicht wahr?

Die Verantwortung trägt natürlich niemand, selbst Nigel Farage der beim Referendumswahlkampf mit einem Anti-Flüchtlingsplakat Werbung machte, hatte natürlich niemals vor, Hass zu schüren. Natürlich ruft Cameron lautstark, dass diese Taten nicht toleriert werden und das diese von einer Minderheit ausgehen. Doch ganz ehrlich, wie glaubwürdig ist Cameron, der immer betonte, dass die Einwanderung ein Problem sei und nicht etwa eine Chance!?! Auch der mögliche Nachfolger und Brexit Wortführer hat stets dazu aufgerufen Kontrollen über die Grenzen zu bewahren. Das mit der Nachfolge hat sich ja nun erledigt.

Der Fremdenhass ist überall und wir sind gezwungen, diesem die Stirn zu bieten. Ein Kopfschütteln, ein Achselzucken ein „oh wie Schrecklich“ reicht nicht aus. Wir müssen Zeichen setzen, jeder so wie er kann!

Eine kleine Möglichkeit sich solidarisch zu zeigen, hat die Twitter Userin Allison ins Leben gerufen. Sie erfand den # Safetypin, mit dem Tragen einer Sicherheitsnadel sollen Bürger ihrer Solidarität zu Migranten Ausdruck verleihen, denn im Grunde ist doch eines klar wie Klosbrühe: Wir sind alle einfach nur Menschen!

Zugegeben, es ist ein kleines Zeichen, welches man damit setzen kann, aber ich denke, dass diese kleine Unterstützung, den Betroffenen eine ganze Menge gibt. Allem voran, das Gefühl nicht allein zu sein. So auch Allisons Wunsch.

Ich mache mit, ihr auch?

safetypin

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6 Comments

  • Reply CHRISTINA KEY 2. Juli 2016 at 13:56

    Wow, das ist mehr als erschreckend! :-O
    Das hat vor dem Brexit wohl niemand in dieser Zahl erwartet.
    Bin gerade sehr schockiert! :/

    Jedenfalls finde ich die Aktion super, denn man kann nicht einfach so dastehen und zuschauen!
    Toll, dass du darüber berichtet hast!

    Hab noch ein schönes Wochenende. 🙂 ♥

    XX,

    http://www.ChristinaKey.com

    • Reply beccs@ruhrstyle 3. Juli 2016 at 9:41

      Das sehe ich genauso liebe Christina. Es ist mehr als an der Zeit zu handeln.

      Viele Grüße
      Rebecca

  • Reply Susanna 1. Juli 2016 at 14:44

    Hi 🙂
    Das mit der Sicherheitsnadel habe ich auch schon gehört und werde ich auch noch machen! Endlich mal etwas vernünftiges was die Runde macht! Erst gestern habe ich noch ein Bild gezeichnet. Ein Einhorn das lieblich an einen Fisch denkt. Darunter die Aufschrift „GEGEN RASSISMUS“. Meine Gedanken dahinter: Es scheint erstmal ziemlich abwegig, dass ein Einhorn in einen Fisch verliebt ist (alles ist möglich,klar), aber genau so abwegig ist für mich Rassismus. Unter Tieren würde es vermutlich eine andere Definition geben, als Rassismus. Doch das ist eine Wissenschaft für sich. Und genau so ist mir Rassismus ein Rätsel.

    Und cool das du das Thema ansprichst. Das würden sich nicht viele trauen. Ich glaube du bist eine ganz schone Powerfrau 🙂

    Liebe Grüße,
    Susanna
    ______________________________________________
    http://www.susannavonundzustil.de

    • Reply beccs@ruhrstyle 3. Juli 2016 at 9:33

      Liebe Susanne,

      die Gedanken zu deiner Zeichnung sind ganz ganz wundervoll und ich würde dieses Bild nur allzu gerne sehen. 🙂 Ich interessiere mich sehr für Zeichnungen und Kunst an sich, da ich selber sehr gerne zeichne.

      Nun ja, ich denke es ist unsere Pflicht Solidarität zu zeigen und wenn möglich über Missstände zu informieren. Ich habe große Angst vor der Ausbreitung der rechten Szene und beobachte diese mit Schrecken. Wir müssen uns dagegen stellen und verkünden, dass für rechte Gesinnungen kein Platz geschaffen wird.

      Liebste Grüße
      Rebecca

  • Reply Jenni 1. Juli 2016 at 11:31

    Liebe Rebecca!

    Ich danke dir dafür, dass du diesem wichtigen Thema auf deinem Blog Platz einräumst. Ich habe die entsprechenden Berichte auch gesehen und saß davor und konnte es nicht fassen. Ich bin unfassbar traurig darüber, was hier wieder passiert – das Erstarken nationaler Grenzen, rassistischer und fremdenfeindlicher Propaganda, wohin man schaut (und man muss nicht einmal besonders weit schauen, da hast du recht). Gerade eben habe ich gelesen, dass in Österreich die Stichwahl wiederholt werden soll, weil das Ergebnis angeblich zu knapp war. Ist das zu fassen? Jetzt heißt es, nochmals zittern und hoffen…

    Ich glaube, ich habe leider gar keine Sicherheitsnadeln zuhause, sonst würde ich in der Tat eine an meiner Kleidung befestigen. Kannst du noch etwas Genaueres darüber schreiben, warum genau eine Sicherheitsnadel gewählt wurde?

    Liebe Grüße
    Jenni

    • Reply beccs@ruhrstyle 3. Juli 2016 at 9:40

      Das mit der Stichwahl hat mich auch zutiefst erschreckt und man kann die Auswirkungen auch hier in Deutschland deutlich spüren. Die rechte Szene feiert und die Anhängerzahl der AFD wird immer größer, was uns allen zu denken geben sollte.

      Die Sicherheitsnadeln soll den Zusammenhalt der unterschiedlichen Nationen symbolisieren. Inspiriert wurde die Twitterin wohl von der Aktion #illridewithyou, welche ins Leben gerufen wurde um Solidarität mit Muslimen zu bekunden und Islamfeindlichkeit entgegen zu wirken.

      Liebste Grüße
      Rebecca

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