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Motto: der Weg ist das Ziel!

5. April 2016

onthetopofthebay

In der Regel und bei vielen Menschen sind Reisen strukturiert und bis ins kleinste Detail geplant. Schließlich will man keine bösen Überraschungen erleben oder vielleicht so gar riskieren, dass der Urlaub ein Reinfall wird. Also wird sorgfältig eine ToDo-Liste mit Sehenswürdigkeiten angefertigt und alles fein säuberlich abgehakt. Bei unseren Reisen ist es ganz anders. Die einen nennen es chaotisch, wir nennen es flexibel und spontan. Auch auf unserer letzten Reise folgten wir einfach dem Flow. Ein absolutes leiten lassen von unserem  Gefühl und wie mein Neffe gestern so schön sagte: „ganz nach dem Motto, der Weg ist das Ziel.“ Es ist einfach wunderbar zu sehen wo man hinkommt, wenn man einfach mal geht, oder in unserem Falle fährt.

Und ja, wie erst nicht gedacht, da Deutschland doch sehr besiedelt ist, haben wir sie gefunden, die Orte,  die für uns bestimmt waren. Die Orte, die so schön sind, dass deine Seele tanzt und dir vor Glück die Tränen in die Augen schießen. Der mindfuck des Alltags ist vergessen und das Leben ist, wie es sein soll, schön!

freiheit genießen

Im letzten Beitrag habe ich schon geschrieben, dass wir irgendwann auf Usedom gelandet sind und ja, die Insel ist wunderschön. Die Strände sind bezaubernd und wir haben tatsächlich Abschnitte gefunden, an denen wir ganz allein waren. Dennoch, wir wollten weiter! Von unserem Stellplatz aus betrachtet zog es uns nach links. Danach ging es immer geradeaus und wir mussten gar nicht weit fahren, da waren wir in Polen. Swinemünde begrüßte uns mit Getümmel. Überall Menschenmassen, die sich unmittelbar nach der Grenze vor kleinen Hütten, an denen man offensichtlich alles mögliche ganz billig kaufen konnte, aneinander quetschten. Der Verkehr quietscht bis zum Stillstand und unser Gefühl sagte uns, dass wir ganz dringend weiter fahren müssen. Irgendwann standen wir vor einer Fähre, die uns kostenlos über die Swina brachte. Noch ein paar wenige Kilometer und wir waren so ziemlich das einzige Fahrzeug auf der Straße. Wir haben recht schnell einen wunderschönen Stellplatz bei freundlichen Polen gefunden. Die uns auf ihrem Grundstück, welches direkt im Wald und am See lag, freundlich empfingen. Wir wurden mit Strom versorgt und durften auch die Dusche nutzen. Nur ein paar Meter zu Fuß durch den Wald und vor uns breitete sich ein Strand aus, der hypnotisch auf unser Herz einwirkte.

Traumstrände Europa

Wir sind ganz allein! Ein Seeadler zieht seine Runden und es fühlt sich an, als würden auch uns jeden Moment Flügel wachsen. Zumindest sind wir leicht wie Federn, während wir auf das Wasser zu laufen und den Sand unter unseren nackten Füßen spüren. Wir lassen uns fallen und während wir so dasitzen, den Blick auf das Meer gerichtet, kommt uns die Erkenntnis. Wir haben nichts zu verlieren, das Leben ist irgendwann sowieso vorbei und nur wer einsieht, das man nichts zu verlieren hat, kann wirklich frei sein. Mein Liebster und ich nicken uns zustimmend und zur Untermauerung unserer Gedanken zu und wir beobachten die Kinder, wie sie frei und trotz der eisigen Temperatur durchs Wasser laufen. Zusammen nahmen wir die Zuneigung die Mutter Erde uns schenkt dankend an und wir blieben an diesem wundervollen Strand, bis es anfing dunkel zu werden.

glückliche kinder

no mindfuck

Im Grunde wären wir gern noch viele weitere Tage geblieben. Es zog uns nicht weiter und schon gar nicht heimwärts, aber leider macht uns die Schulpflicht unseres Sohnes einen Strich durch die Rechnung und so mussten wir uns wohl oder übel von diesem wundervollen Fleckchen Erde verabschieden. Nun hatten wir noch drei Tage für die Rückreise, die wir auch brauchten, da wir nur die Landstraßen nutzen und diese sehr zum Ärgernis vieler Autofahrer, auch nur mit max. 70 km/h befahren wollten. Meist waren es dann so gar nur 50 oder 60 km/h und auf jeden Mittelfinger antworteten wir mit einen Peacezeichen. We brought Love on the Road und hatten mächtig Grund zum Lachen, wenn man sehen konnte, wie unsere Reaktion, die Raser noch mehr erzürnte.

Wir waren entschläunigt, so wie die Menschen in den kleinen polnischen Dörfern durch die wir fuhren. Die Zeit schien dort still zu stehen und so blieben wir auch das ein oder andere Mal stehen, um diese Ruhe in jeder Bewegung dieser Leute zu beobachten.

Nun sind wir wieder daheim und der Alltag kommt schneller als man denkt. Allerdings werden wir uns noch mehr gegen das Korsett, welches uns die Gesellschaft anziehen will wehren und die nächste Reise kommt bestimmt. Dann geht es Richtung Norwegen! Wohin in Norwegen? Keine Ahnung! Wie lange? keine Ahnung!

Hippielife

die gedanken sind frei

bestefreunde

ruhe

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9 Comments

  • Reply Katarina Ahlsson 21. April 2016 at 19:55

    Liebe Rebecca, das sind ja ganz zauberhafte Bilder und ein toller Bericht! Klingt nach einer echten Traumreise: spontan, entspannt und extrem abenteuerreich. Einfach mal dorthin, wo einen die Nase hinführt, ist sooo schön. Da kann man dann auch wirklich mal abschalten und den Alltag vergessen.
    Dass Leute mich anhupen, weil ich zu langsam fahre und mir die Gegend anschaue, das kenne ich übrigens nur zu gut!

    Katarina x
    http://www.katarina-ahlsson.com

  • Reply Maike 19. April 2016 at 15:10

    Hallo Rebecca,
    auch ich bin ein riesiger Fan von Reisen um Wohnmobil. Diese Art zu reisen ist so stressfrei und entspannt.
    Als ich meinen Freund kennenlernte, prallten Welten aufeinader. Ich war früher mit meinen Eltern immer mit Zelt und VW-Bus im Urlaub, mein Freund kannte nur Hotelurlaub. Unseren ersten Camping-Urlaub im Zelt fand er so lala, nach dem nächsten (mit dem VW-Bus) war er Feuer und Flamme. Seit einiger Zeit haben wir nun auch ein kleines Wohnmobil und genießen diese Flexibilität und Freiheit, sowohl in längeren Urlauben, wo man soo viel sehen kann (wenn man denn möchte) als auch an Wochenenden, wenn das Wetter gut ist und wir uns spontan für einen Kurztrip entscheiden. Herrlich!

    Viele Grüße
    Maike

    • Reply beccs@ruhrstyle 21. April 2016 at 14:06

      Ist ja super, dass du deinen Liebsten auch für diese Art von Reisen begeistern konntest. Es ist halt etwas ganz besonderes und wie du schon geschrieben hast, dieses Gefühl von Freiheit ein wahrer Genuss. Wir können uns Hotelaufenthalte gar nicht mehr wirklich vorstellen, da wir uns dort doch immer ein wenig eingeengt fühlen.

      liebe Grüße
      Rebecca

  • Reply Bock.Blog 16. April 2016 at 10:17

    Wow, tolle Fotos und genau die richtige Art zu Reisen! 🙂 Wirklich gelungener Beitrag!
    Lg

    • Reply beccs@ruhrstyle 17. April 2016 at 9:40

      Danke dir! Ja, wir haben auch gemerkt, dass diese Reiseart genau unser Ding ist und momentan gehen wir davon aus, dass wir nie wieder anders unterwegs sein wollen. 🙂 Leider hat unsere alte Dame momentan einen erheblichen Wasserschaden und muss nun restauriert werden.
      Du, ich wollte gerade auf deinen Blog klicken, aber es geht nicht.

      viele Grüße
      Rebecca

  • Reply Kea 12. April 2016 at 20:31

    Das ist so ein wunderschönes Foto von dir am Strand mit Hund und barfuß im Sand!!!

  • Reply Mitzi irsaj 9. April 2016 at 8:57

    Ich lese den Beitrag heute schon zum zweiten Mal und bleibe wieder an den Bildern hängen.
    Sie erinnern mich an meinen Urlaub auf Usedom und haben eine ganz besondere Wirkung – sie sind einfach schön!

    • Reply beccs@ruhrstyle 12. April 2016 at 19:59

      Ich danke dir meine Liebe und freue mich, dass du ein wenig in Erinnerungen schwelgen kannst. Und, geht es für dich nochmal hin?

  • Reply liebe was ist 6. April 2016 at 12:16

    liebe Rebecca,
    wie wunderschön deine Fotos sind, die du aus dem Urlaub mitgebracht hast … ich mag immer wieder rauf- und runterscrollen und mir die schöne Landschaft und eure kleine Familie anschauen. die Bilder strahlen für mich so viel Ruhe, Gelassenheit und auch eine tiefe Zufriedenheit aus! 🙂

    für mich ist das Zurückkommen nach dem Urlaub auch eine unangenehme Sache. stehe dann für einige Zeit irgendwie zwischen meinen eigenen Gefühlen … zwischen zuhause, kuschelig, Familie und Geborgenheit. und dann wieder zwischen der Sehnsucht nach Wärme, Ferne, Abwechslung und der eigenen Abenteuerlust.

    ❤ Tina
    https://liebewasist.wordpress.com/

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