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Lichtverschmutzung und die fatalen Folgen

29. Juli 2016

Lichtverschmutzung

Habt ihr schon einmal etwas von Lichtverschmutzung gehört?

Auf unserem Roadtrip durch Belgien, Frankreich und ab nach Spanien, ist mir aufgefallen, wie viele Gebäude bzw. Städte Nachts hell erleuchtet sind. Natürlich, für uns sieht dieses Lichtermeer manchmal schon beeindruckend aus, ganz besonders, wenn man auf einer Anhöhe steht und den Blick über die Lichter der Stadt schweifen lässt, hat das für den ein oder anderen schon etwas romantisches, aber leider hat diese Aufhellung des Nachthimmels durch künstliches Licht schwerwiegende Folgen für unsere Umwelt.

Die meisten Tiere und eigentlich auch wir Menschen, orientieren sich an dem Tag Nacht Rhythmus und einige, wie zum Beispiel Glühwürmchen brauchen diesen so gar zur Fortpflanzung. Durch den Lichtersmog aber, der in vielen Regionen keine natürliche Dunkelheit mehr zulässt, werden viele Tiere in die Irre geführt. Zugvögel beispielsweise orientieren sich Nachts normalerweise an dem Mond. Durch die vielen hohen hell beleuchtet Gebäude aber, verwechseln die Vögel diesen immer wieder und werden so von ihrem eigentlichen Weg weggeführt, was zur Folge hat, dass sie aufgrund der fehlenden Landefläche oft vor Erschöpfung zu Tode kommen, oder aber gegen diese Gebäude fliegen und ihren Verletzungen erliegen. Auch Insekten haben unter den übermäßigen Lichtquellen zu leiden. Ganz besonders angezogen werden die kleinen Käfer, Falter etc. von Lampen mit hohen UV-Anteilen. Sie kreisen um das Licht oder bewegen sich im Schein und werden somit zur leichten Beute für zum Beispiel Spinnen. Da dieser Massenaufenthalt aber nicht natürlich ist, sind etliche Käfer/Falterarten auf Dauer bedroht. Abgesehen davon, können Insekten dem Lampenlicht auch gar nicht wirklich entkommen. Ihre Augen sind nur auf parallele Lichtstrahlung eingestellt. Geht das Licht von einem Punkt oder einer Fläche aus, können sie diesen Lichtschein nicht mehr verlassen. Sie kreisen so lange um die Lichtquelle, bis sie schließlich erschöpft sterben. Die Folgen sind für die Nachtfalter und andere Nachtaktive Insekten, für die Pflanzen, die nachts blühen und von solchen Insekten bestäubt werden und für Fledermäuse verheerend. Alle diese Arten gehen stark zurück bis hin zum Aussterben. Das ist der Preis dafür, dass jeder Parkplatz, jede noch so verlassene Seitenstraße, jede Bushaltestelle etc. nachts beleuchtet wird. Ein weiteres Beispiel sind Schildkröten, von denen sowieso schon viele vom Aussterben bedroht sind. Diese legen ihre Eier an Stränden ab und wenn die kleinen Babys geschlüpft sind, führt ihr Weg automatisch zum hellsten Punkt, welcher normalerweise der Mond über dem Meer ist. Durch die etlichen und immer mehr werdenden Hotelanlagen, können sich die kleinen Schildkröten aber nicht mehr orientieren und laufen geradewegs in die falsche Richtung, mit der Folge, dass sie sterben. Und ja, auch auf uns Menschen hat die fehlende Dunkelheit negative Auswirkungen, denn wir können nicht mehr ausreichend Melatonin bilden, welches zum Beispiel den Wachstum bestimmter Krebsarten unterdrückt. Abgesehen davon und auch, wenn es uns vielleicht gar nicht wirklich bewusst ist, ist eine ausgiebige Regeneration ohne Dunkelheit nicht möglich.

lichtersmog

Astronome haben das Problem der Lichtverschmutzung schon vor langer Zeit erkannt und Warnungen ausgesprochen, die zumindest in manchen Teilen Europas auch gehört wurden bzw. werden. Dennoch nimmt die Lichtverschmutzung im Schnitt sechs Prozent pro Jahr zu und das bedeutet, dass zum Beispiel die Milchstraße bald mit bloßem Auge nicht mehr erkennbar sein wird. In vielen Ländern ist es schon so weit und generell dürfte vielen bereits aufgefallen sein, dass ein klarer Sternenhimmel an den meisten Orten nicht mehr zu sehen ist.

Doch was können wir nun im privaten Bereich tun, um uns an dieser Verschmutzung nicht zu beteiligen?

Die Initiative gegen Lichtverschmutzung schreibt dazu:

Es ist einfach, Licht – und damit Energie!- einzusparen,
ohne auf Komfort oder Sicherheit zu verzichten. Es reicht aber nicht einfach, nur eine Lampe auszuschalten, denn viele falsche Leuchten lenken das Licht in den Himmel. Dort wird es gestreut und wirkt weit in die Umgebung. Städte reichen mit ihren Lichterglocken viele Kilometer weit in das Umland und hellen dort noch den Himmel auf.
Besonders das nahe der Horizontalen ausgeschickte Licht streut weit in die Landschaft hinaus: Deswegen müssen Leuchten möglichst gut abgeschirmt sein!“

Nun, wir können für uns selbst überlegen, ob wirklich alles erleuchtet sein muss und wie viel Lichtquellen überhaupt notwendig sind. Oft reichen Lampen mit geringer Wattleistung aus. Am besten ist es Energiesparlampen einzusetzen.

Des weiteren sollten wir auf gezieltes Licht achten. Die Quelle sollte nicht blenden und lediglich das gewünschte Objekt anstrahlen bzw. erhellen. Kugelleuchten zum Beispiel, die in alle möglichen Richtungen strahlen, sind wahre Energieverschwender und liefern keine sinnvolle Beleuchtung.

Ebenso kann auf Dauerlicht an Haus und Garten verzichtet werden. Für den Außenbereich kann ein Bewegungsmelder angebracht werden.

Rollos und Vorhänge anbringen sorgt für Dunkelheit und spart im Winter so gar noch Wärmeenergie.

Eine sehr interessante Dokumentation zum Thema findet ihr hier:

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4 Comments

  • Reply Bettina 26. August 2016 at 20:45

    Ein wichtiges Thema, das noch zu wenig bekannt ist… Ich bin froh, dass ich in einem kleinen Dorf wohne und mich lediglich das Mondlicht nachts trifft. Und ich sehe bei mir tatsächlich noch wundervoll die Milchstraße. Wenn ich nach Westen schaue sehe ich dort von weitem den hellen Himmel über München. Es ist traurig, wie weit wir uns von der Natur entfernt haben. Die Auswirkungen auf die Tierwelt und die Pflanzen sind enorm, aber auch auf unser Hormonsystem.

  • Reply immagine consulente 10. August 2016 at 10:16

    Wow!
    Wonderfull place and pictures.
    Very inspiring.
    I love your blog.
    Consulenza d immagine

  • Reply Dani 2. August 2016 at 11:29

    Liebe Rebecca,
    das ist ein toller Artikel, der mir aus der Seele spricht. Ich finde es so traurig, dass man keinen richtigen Sternenhimmel mehr sehen kann, wenn man nachts nach oben schaut. Da ist etwas sehr wertvolles verloren gegangen. Bei mir zuhause habe ich draußen Licht mit einem Bewegungsmelder und im Haus mache ich nur da Licht an, wo ich es brauche und erleuchte nicht gleich den ganzen Raum obwohl ich bloß in meiner üblichen Kuschelecke sitze. 😉

    Liebe Grüße aus Seis

  • Reply Jenni 30. Juli 2016 at 8:19

    Liebe Rebecca!
    Schon wieder so ein toller Artikel von dir! Ich komme gar nicht mehr richtig mit dem Lesen hinterher… 😉
    Nein, ernsthaft: Ich finde es klasse, dass du dich mit all‘ diesen wichtigen Themen beschäftigst und die Menschen dafür sensibilisierst. Das ist wichtig und noch wichtiger ist die Erkenntnis, dass wir alle mit nur kleinen Handgriffen und kleinen Veränderungen unseres Alltags schon so viel erreichen können.
    Von der Lichtverschmutzung hatte ich auch bisher gehört und gelesen, das Thema dann aber wieder in den hinteren Winkeln meines Gedächtnisses verbannt – doch da wir ohnehin sehr darauf achten, Licht im privaten Umfeld zu sparen, haben wir wahrscheinlich ohnehin unbewusst dagegen gearbeitet. Doch ich glaube, du hast recht, wenn du schreibst, dass das nicht ausreichend ist auf Dauer. Da muss sich etwas in einem ganz anderen Maßstab tun.

    Ich hoffe, es folgen noch viel mehr Menschen deinem Beispiel. 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

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