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Kindheitserinnerungen: Blogparade!

17. Juni 2016

kindheitserinnerungen

Wenn ich an die schönen Momente meiner Kindheit zurückdenke, dann kommen mir nicht wirklich die großen Momente in den Sinn; es sind eher diese Kleinen, die aber voller Bedeutung und Liebe sind. Diese Momente, die es mir noch immer warm ums Herz werden lassen und die ich aufbewahre in meiner Truhe der schönen Erinnerungen.

Ich saß am Fenster und beobachtete die Wolken voller Erwartung auf die ersten weißen Flocken, denn schließlich hatte ich den neuen Schlitten bekommen, der nur darauf wartete mit mir die kleinen Hügel hinunter zu brausen. Meine Mama kam in mein Zimmer und öffnete das Fenster. „Es riecht nach Schnee Rebecca, lange brauchst du nicht mehr warten. Lass uns Schneeflöckchen Weißröckchen singen und du wirst sehen, es wird noch heute anfangen zu schneien.“ So saßen wir da zusammen und trällerten vor uns hin und tatsächlich, im Laufe des Tages kamen dicke Flocken vom Himmel herunter und ich war mir damals sicher, meine Mama hat da etwas und zwar extra für mich, gemauschelt. Ich erzählte natürlich voller Stolz in der Schule von dem Talent meiner Mama und von dem Tag an, musste sie sehr oft den anderen Kindern die Frage beantworten, ob es wohl heute schneien wird. Ich gebe zu, dass ich sie noch immer ab und an danach frage.

Ich denke außerdem an den Duft von Marzipan, der sich im ganzen Haus verteilte, wenn meine Mama ihren Hefezopf gebacken hat, oder an die Nachmittage im Winter, wenn wir eingekuschelt unter der Decke auf dem Sofa lagen und im Fernseher lief Michel aus Lönneberga. Ach was haben wir immer über seine Dummheiten lachen können und heute lache ich darüber mit meinen eigenen Kindern.Wir waren oft wandern und ich liebte die Brotzeiten am Bach oder das wir immer Lieder erraten gespielt haben, um mich bei Laune zu halten.

Mein Papa ist übrigens der Witzbold der Familie und ich erinnere mich, wie er einmal mit nacktem Hintern Fahrrad gefahren ist, weil die Leute im Urlaubsort so spießig waren. Meiner Mama war das ziemlich peinlich! Von ihm habe ich auch etliche Kartenspiele gelernt und im Rommé oder beim Pokern, macht mir keiner so leicht etwas vor. Bis heute wundere ich mich, dass er noch nie bei „Wer wird Millionär“ mitgemacht hat, denn es gibt so ziemlich keine Frage, die mein Papa nicht beantworten kann. Für sein umfassendes Wissen habe ich ihn immer bewundert und manchmal war ich auch ärgerlich, wenn er immer sofort die Antwort wusste und ich noch nicht einmal zum Nachdenken kam. Wenn ich meinen Papa allerdings bei Hausaufgaben um Hilfe gebeten habe, dann kam oft Stuss dabei rum! So erzählte ich in der ersten Klasse, zu der Frage, wie die Eltern sich denn kennengelernt haben meiner Lehrerin, dass meine Mama meinen Papa mit dem Lasso eingefangen hat, weil dieser früher Cowboy war und sie ihn unbedingt beeindrucken wollte. Sie hat ihn dann an einem Baum gebunden und erst wieder frei gelassen, als er zustimmte sie zu heiraten. Auch mein Onkel sorgte dafür, dass ich in der Schule nicht gerade beliebt war. Ich erzählte ihm von einer Lehrerin, die wirklich ein Drachen war und er gab mir einen weisen Rat: „Rebecca, wenn die Frau M. Dich das nächste mal ärgert, frag sie einfach ob sie schlecht geschissen hat und wenn sie dich dann fragt, wieso du darauf kommst, sagst du ihr ganz einfach, dass ihre Schädeldecke rutscht. Tja, ich habe den Rat befolgt.

Ganz oft erinnere ich mich auch an bestimmte Gerüche. Meine Oma hatte einen Schrebergarten und am Eingang stand so eine Art Torbogen, an welchem Rosen rankten. Der Duft, wenn man den Garten betrat, war einfach herrlich und ich bin mir sicher, nirgends sonst riechen Rosen so intensiv. Außerdem wuchs dort neben etlichen anderem Gemüse und Obst auch Rhabarber und nur allzu gern habe ich mir eine Stange gemobst und diese vor dem Vernaschen ganz tief in den Zuckertopf getaucht. Manchmal hat meine Oma auch auf mich aufgepasst und wir haben Schwäne auf dem Teich nicht weit von ihrem Haus beobachtet oder stundenlang Malefiz und Kniffel gespielt. Abends gab es dann immer Pumpernickel und das schmeckte mir auch nur bei Oma.

Es gibt noch viele weitere Erinnerungen, an die ich gerne zurück denke. Mit meiner großen Schwester habe ich oft gebastelt und keine kann es so gut wie sie. Ich muss dazu sagen, dass sie leider schon erwachsen und ausgezogen war, als ich klein war, genau so, wie mein Bruder, der übrigens daran Schuld ist, dass ich mal unsterblich in einen Manuel verknallt war, der nämlich im Fußballverein von meinem Bruder trainiert wurde. Dieser Manuel hatte aber glaube ich großen Respekt vor meinem Bruder und hat lieber die Finger von mir gelassen. Und dann sind da noch meine Neffen. Wir haben zusammen wirklich unheimlich viel Mist gemacht und da der älteste Sohn meiner Schwester fast genau so alt ist wie ich, hatte ich irgendwie und zum Glück, doch einen kleinen Bruder.Mit ihm habe ich die coolsten Playmobil Städte gebaut und unsere Fahrräder waren Pferde, wenn wir Indianer und Cowboy auf dem Hof meiner Eltern gespielt haben.

Ach ja, es ist schön manchmal in Erinnerungen zu schwelgen und auch, wenn nicht immer alles rosig verläuft im Laufe des Lebens, kann man sich dennoch auf die schönen Momente konzentrieren. In diesem Sinne möchte ich Yvonne von Limalisoy danken, die eine Blogparade eben zu diesem Thema „Kindheitserinnerungen“ ins Leben gerufen hat. Ich freue mich sehr, teilnehmen zu dürfen.

Was sind eure liebsten Erinnerungen?

 

 

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4 Comments

  • Reply liebe was ist 17. Juni 2016 at 18:47

    danke dir liebe Rebecca, für diese wunderbaren persönlichen Zeilen. ich habe mich so zuhause gefühlt beim Lesen und direkt an meine Erinnerungen in der Kinheit gedacht – nackt in den See zu springen z.B. oder das Licht am letzten Sommerferiensonntag!

    damit ein wundervolles Wochenende meine Liebe,
    ❤ Tina
    https://liebewasist.wordpress.com/
    https://www.instagram.com/liebewasist/

    • Reply beccs@ruhrstyle 19. Juni 2016 at 8:59

      Was für schöne Erinnerungen liebe Tina. Noch heute springe ich gerne nackt in den See, wenn wir dort alleine sind. Manchmal findet man ja noch diese stillen Orte.

      Viele liebe Grüße
      Rebecca

  • Reply Limalisoy 17. Juni 2016 at 17:34

    Vielen Dank für deine Teilnahme!
    Die Sache mit den Rosen konnte ich mir gerade richtig gut vorstellen. Meine Mutter hatte auch so stark duftende Rosen im Garten, die ich immer zum Geburtstag auf dem Tisch gestellt bekommen habe 🙂

    Liebe Grüße,

    Yvonne

    • Reply beccs@ruhrstyle 19. Juni 2016 at 9:00

      Ich danke dir, für diese Blogparade. Es war schön mal wieder ganz bewusst an besondere Momente aus der Kindheit zu denken.

      Liebe Grüße
      Rebecca

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