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Eine Backpackingtour durch Kroatien Teil 2

22. Oktober 2017

backpacking in kroatien

Über unsere Anreise mit dem Zug nach Kroatien hatte ich ja bereits geschrieben, aber ein wichtiges Happening hatte ich noch vergessen. Der Zug von München nach Zagreb, hatte nämlich tatsächlich keine geöffnete Toilette! Warum das so war und wie so etwas überhaupt sein kann, weiß ich bis heute nicht. Natürlich musste dann einer der Zwillinge schon recht zeitnah ganz ganz dringend auf´s Klo. Ihr kennt das bestimmt, es ist immer dann ganz besonders schlimm, wenn gerade keine Toilette in der Nähe ist. Und ich kann euch sagen, was bin ich froh, dass die bosnische Truppe, von der ich schon im ersten Teil meine Kroatien Berichterstattung erzählt hatte, mit im Abteil saß. Wir befolgten ihren Rat und so pinkelte unser mittlerweile rotangelaufener Sohnemann einfach aus dem Zug heraus. So einfach kann das offensichtlich sein! Nach ewigen Stunden und ordentlichem Genörgel, erbarmte sich der Schaffner dann doch mal, eine zehnminütige Pipipause am nächsten Bahnhof einzulegen. Der Witz, an diesem gab es nur 2 Damen und 2 Herrenklohs. Zum Glück musste ich so furchtbar dringend, dass ich so schnell gerannt bin, dass ich ungelogen, als erste auf dem Bottich war. Manche kamen gar nicht dran!

Nun gut, die Story musste ich noch eben loswerden!

Eigentlich waren wir nach Teil 1 ja schon auf der Insel Brac angekommen , hatten unser Zelt an einem kleinen Strand in einer feinen Bucht aufgebaut und wir dachten so soll der Urlaub sein. Die Nacht war angenehm und so gar Babyboy schlief einigermaßen ruhig. Am nächsten morgen ging es dann zurück in den nächstgelegen Ort Postira. Ich weiß nicht wie es im Hochsommer dort ist, aber Anfang Oktober war dieser kleine Ort einfach nur traumhaft. Die Einheimischen sitzen vor den Türen ihrer alten Steinhäuser und plauschen bei Kaffee oder Tee. Die farbenprächtigen Blumen auf den Balkons stehen noch in voller Blüte und es ist einfach nur ruhig und idyllisch. Es gefiel uns sehr und zwar so sehr, dass wir dachten, hier könnte man ruhig eine Nacht irgendwo einkehren. An jedem zweitem Haus stand auch ein Schild mit der Aufschrift „Appartements“. Wir klopften , aber niemand machte auf. Na gut, dann sprechen wir die Einheimischen halt direkt an. Mehr als Achselzucken und müssen sie halt klopfen, kam dabei allerdings auch nicht herum. Wir hatten Verständnis, schließlich soll Kroatien im Hochsommer ja total überlaufen sein und wir können uns natürlich denken, dass die Einheimischen irgendwann einfach nur noch ihre Ruhe wollen. Dennoch wäre ein bisschen mehr Freundlichkeit nett gewesen. Wir gehen also zur Touristeninformation und fragen nach einem Zimmer für die Nacht. Der Mitarbeiter war ebenso im Ruhemodus wie die anderen Bewohner. Er würde sich mal umhören und uns in 2 bis 3 Stunden anrufen. Ist klar! Die Kinder mittlerweile motzig, weil sie endlich ans Wasser wollen, fangen an sich gegenseitig zu ärgern und ich bekomme Hunger, was meine Laune innerhalb von Minuten von Himmelhochjauchzend auf zum Tode betrübt fallen lässt. Alle Imbissbuden sind zu. Großartig!

Wir sehen eine Bushaltestelle und steigen spontan in den Bus nach Bol! Dieser Fahrer sollte wohl übrigens der einzig Nette in ganz Kroatien sein, wie wir noch erfahren werden. Er hat es gut gemeint und lässt uns direkt in der Nähe von einem Campingplatz raus, der aber leider nur für Wohnmobile ist. Der Platz liegt an einem Pinienwald und wir laufen einfach ein Stück hinein und bauen dort unser Zelt auf. Es dämmert bereits und wir wollen nur noch etwas essen, in unsere Schlafsäcke schlüpfen und eine Runde Olchi Quartett spielen.

Zelten an der Küste in Kroatien

Am nächsten Morgen werden wir mit einer wundervollen Sicht auf ´s Meer überrascht. Und was wir am Abend zuvor gar nicht mehr richtig wahrgenommen haben, unterhalb von uns befindet sich eine traumhaft schöne Badebucht. Wir entscheiden uns dafür, noch eine Nacht an diesem Ort zu bleiben und verbringen einen ruhigen Tag am Strand. Das Wasser ist im Oktober noch angenehm warm und wir können so gar richtig schwimmen gehen.

Gegen Abend wollen wir uns dann Nudeln kochen, die wir im ca. 2 km entfernten Ort gekauft haben, als ein mürrisch dreinblickender älter Herr mit stinkendem Mofa auftaucht. Wir sollen verschwinden und auf einen Campingplatz gehen, sonst ruft er die Polizei. Unsere Erklärung, dass die Zeltplätze bereits geschlossen sind und der andere Platz nur für Wohnmobile sei, interessierte ihn nicht. Auch das wir nur bis zum nächsten Morgen bleiben und es ja fast dunkel ist, juckte ihn nicht die Bohne. So gar das Gebrüll von Babyboy, ich wollte ihn eigentlich gerade stillen, ließ den alten Sack völlig kalt.

Auf dem Wohnmobilstellplatz stand nur ein einziger Wagen und weil niemand mehr da war, bauten wir einfach unsere Zelte auf. 30 Minuten später kam dann doch noch der Besitzer, der uns erklärte, dass der Platz nur für Fahrzeuge sei und wir den vollen Wohnmobilpreis plus Personenanzahl zahlen müssten. Echt klasse, aber wenigstens wurden wir nicht wieder davon gejagt.

Ganz nebenbei wurden uns dann auch noch einige Euros geklaut. Wir dachten erst 200, aber letztlich waren es 400. Es muss wohl beim bezahlen einer Bimmelbahn passiert sein!

Wir wollten weg von dieser Insel und buchten am nächsten Tag eine Fähre nach Makarskar. Natürlich mussten wir etwas mehr bezahlen, weil wir so spät dran waren und nicht schon im voraus gebucht hatten. Die Logik darf man besser einfach nicht hinterfragen.

Makarska in Kroatien

Dort angekommen fragten wir am Busbahnhof, welcher Bus denn in die Berge fährt. Die Antwort an der Information: „I don´t know! Alles klar, dann fragen wir halt die Busfahrer direkt… Antwort: Kein Bus fährt in die Berge. Wir sollen laufen.

Uns war natürlich klar das das nicht stimmt, aber was willste machen. Für die Nacht gingen wir auf den Zeltplatz in der Nähe der Stadt und am anderen morgen machten wir uns auf in die Berge. Natürlich fuhren immerhin zwei Busse an uns vorbei, aber I don´t know! Wir waren wütend auf diese Leute! Das Geld ziehen sie einem hier überall aus der Tasche , aber dann haben se noch nicht einmal ein bisschen Freundlichkeit über.

Nur der Anblick des Biokovo Gebirges steigerte wieder ein wenig unsere Stimmung. Wir mussten ganz schön steil rauf und ich wundere mich noch immer, dass die Kinder ohne Gemotze mitgemacht haben, denn ganz ehrlich, die Touren dort sind schon eher fortgeschrittenes Wanderkaliber. Als wir recht weit oben waren, wünschten wir nur noch, dass wir nicht mehr zurück an die Küste müssen. Endlich Entspannung, endlich Ruhe und jede Menge wilde Natur…Ja, die Landschaft in Kroatien ist traumhaft, dass kann auch die Unfreundlichkeit nicht zerstören.

Wir fanden einen schönen Platz für unsere Zelte und schauten mit Begeisterung der untergehenden Sonne zu. Wir aßen Suppe mit Brot , quatschten und dann fing Babyboy plötzlich heftig an zu husten. Er hatte schon die Tage zuvor ein wenig Schnupfen, aber in der folgenden Nacht wurde es immer schlimmer und letztlich kam Fieber hinzu.

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Wir liefen also wieder runter an die Küste und wollten schnellstens einen Arzt aufsuchen. Als wir dann aber endlich einen Ort erreichten, mussten wir leider feststellen, dass die im Internet angegebene Bushaltestelle gar nicht existiert und da der kleine Mann wie verrückt glühte, bekamen wir langsam Panik. Unser Wasser war auch leer, was bei knapp 28 Grad und keiner Möglichkeit etwas nachzukaufen, die Panik nur verstärkte. Mittlerweile und nach etlichen Erfahrungen mit unfreundlichen Einheimischen, hatten wir auch schon regelrechte Bedenken, irgendjemanden um Hilfe zu fragen. Der nächste Ort, war 15 km entfernt und so eine Strecke dauert mit den Kindern.

Mein Menne wollte unbedingt Google nach Taxirufnummern befragen, was dank des super Netzes zu einem Akt der Verzweiflung wurde. Im Nachhinein kann ich drüber lachen, denn Lieblingsmann sah auf der Suche nach einem Signal einfach zu lustig aus. Ein bisschen so , als würde er ganz mit sich allein durch einen riesigen Saal den Wiener Walzer tanzen, aber mit den Armen in der Luft. In dem Moment allerdings, war uns eher nach heulen zumute…Und dann, tja dann kam die Glücksfee…

Mit ihr wird es dann im dritten Teil weiter gehen…

Dalmatien in Kroatien

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