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Backpacking in Kroatien Teil 1…

17. Oktober 2017

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht so genau wo ich anfangen soll. Ein klassischer Reisebericht kann dieser Beitrag aufgrund der erfahrenen Umstände schon mal nicht werden, aber vielleicht schreib ich es einfach nieder, wie es mir gerade im Kopf herum saust.

Kroatien, die Perle der Adria! Das war unser Ziel, da wollten wir hin.Eine Backpacking Tour quer durchs Land sollte es werden! Relaxen an feinen Kieselstränden, Bergluft schnuppern und nette Bekanntschaften machen…

Die Anreise:

Da unser Babyboy vom Autofahren so absolut gar nichts hält und auch der Umwelt zuliebe, haben wir uns für eine Anreise mit dem Zug entschieden. Die Tickets haben wir über Interrail gebucht, was recht problemlos verläuft und günstig ist. Tatsächlich haben wir es auch pünktlich zum Bahnhof geschafft und als wir erst einmal alle auf unseren Plätzen saßen, die wir zum Glück reserviert hatten, wurde laut durchgeatmet-ganz laut! So laut, dass eine Mitreisende schmunzeln musste. Doch den Seufzer hatte ich verdient, denn 4 Kinder um 4 Uhr in der Früh zu wecken und zum fertigmachen zu animieren ist ein Akt, der seinesgleichen sucht. Doch wir haben es geschafft und die Fahrt bis München HBF verlief sehr angenehm und durchaus bequem.

Dort angekommen wurden wir dann von Ruftata Musik und übermäßigem Biergeruch willkommen geheißen! Das Oktoberfest war voll im Gange! Die Kinder amüsierten sich köstlich über Dirndl und Lederhosen und die Deutsche Bahn spendierte leckere Lebkuchenherzen. Alles gut soweit!

Schnell aufs nächste Gleis gehuscht, erst einmal Ernüchterung. Der EC hat 30 Minuten Verspätung. Die Musik wird langsam nervig und Babyboy hungrig! Auf dem einen Sitzplatz Kotze, die anderen belegt. Stillen ist gerade nicht möglich.

Endlich fährt der Zug ein! Aber scheiße, wo ist unser Wagon, mit unserem reservierten Abteil? Gibt es nicht! Der äußerst unfreundliche und genervte Schaffner teilte uns mit, dass der Wagen ausgetauscht wurde und wir nun leider damit zurecht kommen müssen. Eventuell sind ja noch Plätze im Großraumabteil vorhanden. Nein, es war alles voll. Also standen wir erst einmal ziemlich deppert im Gang. Beziehungsweise steckten wir quasi fest, da mit unseren großen Rucksäcken kein vor und zurück möglich war. Die anderen Fahrgäste hatten dafür natürlich wenig Verständnis. Und auch Babyboy riss langsam der Geduldsfaden. Glaubt aber nicht, dass uns mal jemand einen Platz angeboten hat! Im Gegenteil so mancher empfand das Geschrei vom kleinen Mann noch als lästig und meinte sich beschweren zu müssen. Danke für so viel Hilfsbereitschaft!

Irgendwann schafften wir es, uns in den nächsten Wagon zu schieben, wo wir auf eine Gruppe sehr gut gelaunter Leutchen trafen. Sofort boten sie uns ihre Plätze an und wir kamen kurz ins Gespräch. Aus Bosnien kamen sie und das Chaos im Zug sei in kroatischen Zügen ganz normal. Mein Gott waren wir froh um die Sitzplätze. Ein bisschen bange wurde uns allerdings bei dem Gedanken an den Nachtzug.

Irgendwann saßen auch die Bosnier wieder und es wurde lautstark getrunken und gespeist. Die Truppe war echt mega lustig, aber am besten war, dass der Schaffner alle paar Minuten vorbei kam um sich auch ein Schlückchen vom Schnäpschen zu genehmigen. Es ist mir ein Rätsel, wie er es geschafft hat nicht einmal zu stolpern. 

Die Fahrt von München nach Zagreb zog sich wie Kaugummi und es ruckelte wie auf nem Traktor. Nie wieder werde ich über die deutsch Bahn motzen.

In Zagreb angekommen stand der Nachtzug schon bereit. Wir mussten allerdings noch die Reservierungen für den Schlafwagen kaufen. Die müssen nämlich extra zum Interrailticket hinzu gebucht werden. Online ist das aber leider nicht möglich. Knapp über 60 Euro kostet die Nacht auf ruckelnden Brettern und um 2 Uhr wünschte ich, wir hätten für das Geld lieber ein Zimmer in Zagreb gebucht. Gab es über Booking tatsächlich für den Preis. Tja, nun lag ich da wach auf dem Rücken, Babyboy auf meinem Bauch (nebeneinander hätte nicht gepasst) und ich starrte das 30 cm über mir hängende Brett an, auf dem unser Großer schlief. Wenigstens die Kinder und der Mann schnarchten vor sich hin.

Morgens hingen meine Augenringe dann so tief, dass ich ihr Ende im Spiegel nicht sehen konnte. Aber kein Problem! Noch sind wir voller Elan und gespannt auf die Stadt Split.

Ich glaube wir kamen so um kurz vor 7 Uhr an. Es war angenehm warm und wir machten uns erst einmal Frühstück auf dem Bahnsteig. Da wir alle zu müde waren um eine Städtetour zu starten, entschieden wir uns mit der Fähre auf die Insel Brac zu fahren. Der Fährhafen ist zum Glück direkt am Bahnhof und so mussten wir nicht weit laufen.

Laut Internet sollte uns die 30Minütige Überfahrt ca. 30 Euro kosten. Wir haben letztlich über 50 bezahlt. Neue Preise ist klar! Auf Brac angekommen sind wir erst einmal recht angetan von dem kleinen Örtchen Supetar. Wir kaufen ein paar Lebensmittel und erkundigen uns bezüglich zelten. Nix sei möglich, aber in der Nähe vom nächsten Ort gibt es einen schönen Strand, wo man wild zelten könnte. Ok, nichts wie hin. Ein Bus fährt allerdings erst am späten Nachmittag und kaum haben wir das registriert, kommt schon ein Taxifahrer angerannt. Er fährt uns! 25 Euro für 7 km ist spezial Preis, weil ja Sonntag ist. Wir danken und nehmen an!Uns bleibt ja auch nicht viel anderes übrig.

An dem kleinen Strand angekommen vergessen wir dann aber vorläufig die Abzocke und die anstrengende Anreise. Viel zu traumhaft ist die Gegend und der Blick aus dem Zelt ist der absolute Wahnsinn. So soll der Urlaub sein, so soll es bleiben… So stellen wir uns backpacking vor…

backpacking mit Kindern

Leider kommt alles anders! Fortsetzung unserer backpacking Tour folgt…

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3 Comments

  • Reply Eine Backpackingtour durch Kroatien Teil 2 - AVEC QUATRE 22. Oktober 2017 at 10:19

    […] unsere Anreise mit dem Zug nach Kroatien hatte ich ja bereits geschrieben, aber ein wichtiges Happening hatte ich noch vergessen. Der Zug […]

  • Reply *thea 18. Oktober 2017 at 9:29

    Oh nein ein ein richtiger Cliffhanger am Ende. Ich hoffe alles in allem hattet ihr insgesamt einen schönen Urlaub, habe schon auf Instagram mitbekommen, dass es einige Höhen und Tiefen gab. Und die riesen Anstrengung mit der Fahrt wird euch zumindest bestimmt damit belohnt, dass die Kinder es später als großes Abenteuer in Erinnerung haben und immer wieder sagen werden: Weißt du noch, die lustige Gruppe im Zug?

    • Reply AVEC QUATRE 4. November 2017 at 6:16

      Da hast du absolut recht und ich glaube, dass solche Erfahrungen halt auch dazu gehören, wenn man viel reist. Dennoch hoffe ich, dass der nächste Urlaub ein wenig entspannter wird. 🙂

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